Hallo ich bin Sam!

Ich bin ein ziemlich trauriger Delfin und lebe in einem kleinen Betonbecken in einem Delfinarium.

Aber das war nicht immer so. Ich möchte euch meine Geschichte erzählen.

Als ich noch klein war lebte ich mit meiner ganzen Familien im schönen großen Meer.

Doch dann geschah etwas ganz schreckliches. Viele schnelle und laute Boote kamen auf unsere Delfingruppe zu und machten einen fürchterlichen lärm. Wir waren alle völlig verstört und hatten panische Angst. Ich schrie so laut ich konnte nach meinen Eltern und Geschwistern aber bei dem Lärm den die Männer machten konnten sie meine schreie nicht hören. Man trieb uns alle in eine kleine Bucht. Irgendjemand hat mich dann am Schwanz festgebunden und ins flache Wasser gezogen. Dort wurde ich angebunden. Da waren auch schon ein paar andere aus unserer Gruppe angebunden. Alle schrien vor Angst. Danach kamen ein paar Menschen um mich zu messen und zu untersuchen. Kurz darauf wurde ich zum Hafen gebracht und in einen Käfig gesperrt der im flachen Wasser stand. Ich hatte kaum Platz um mich zu bewegen und hatte immer noch schreckliche Angst. Sie ließen mich dann die ganze Nacht allein in diesem Käfig. Rund um mich waren noch viele andere Delfine in Käfigen gefangen.

Am nächsten Morgen kam ein Mann und brachte mir toten Fisch zum fressen. Wusste der denn nicht dass Delfine keinen toten Fisch fressen. Meine Mutter hat mir gelernt dass man keinen Toten Fisch fressen darf, weil man davon krank werden kann. Aber ich war hungrig, und hatte immer noch schreckliche Angst. Am nächsten Tag war ich dann so hungrig, dass ich zum ersten mal in meinem Leben einen toten Fisch gefressen habe, und seit diesem Tag habe ich nie mehr was anderes zu fressen bekommen, und ich habe auch das schöne weite Meer nie mehr gesehen. Ich wurde in einer kleinen Wanne in einen LKW geladen und hierher ins Delfinarium gebracht.

Und hier lebe ich nun in einem kleinen Betonbecken zusammen mit drei anderen Delfinen die man auch irgendwann eingefangen hat. Das Becken ist für uns eigentlich viel zu klein und wir sind alle ziemlich traurig, doch leider sieht das keiner. Denn wir Delfine sehen immer so aus als würden wir lächeln. Wir können gar kein trauriges Gesicht machen.

Aber das ist noch nicht das schlimmste. Jeden Tag müssen wir bei der großen Delfinshow irgendwelche blöden Kunststücke vorführen. Viele Menschen kommen extra hierher um uns dabei zuzusehen. Wenn diese Menschen wüssten wie unglücklich wir sind, dann würden sie vielleicht nicht kommen.

Am Anfang dachte ich noch, ich mach einfach nicht mit. Aber wer nicht mitmacht, der bekommt auch nichts zu fressen. Erst wenn am späten Nachmittag die letzte Vorstellung zu Ende ist dürfen wir uns satt fressen, mit etwas das uns nicht mal schmeckt. Nämlich mit totem Fisch. So ist das also hier im Delfinarium.

Stellt euch mal vor ihr müsstet immer in eurem Zimmer sein Tag für Tag, das ganze Jahr. Und ihr dürftet nur zum Essen rauskommen und das auch nur wenn ihr vorher euer Zimmer aufgeräumt hättet. Da wärt ihr sicher auch nicht glücklich.

Deshalb habe ich eine große Bitte an Euch und eure Eltern. Geht bitte in kein Delfinarium. Kommt nicht her um uns anzusehen. Wir wollen keine Kunststücke vorführen um Menschen zu unterhalten. Wir würden lieber in Freiheit leben. Auch wenn es mir und den anderen Delfinen hier nichts mehr hilft. Wenn keiner mehr kommt um uns hier zu sehen, dann haben die Delfinarien kein Geld mehr um neue Delfine zu kaufen. Dann werden auch keine Delfine mehr gefangen.

Euer Sam