Lebensraum Arktis Kapitel 1: Am Ende der Welt …

Der
Nordpol ist der nördlichste Punkt auf der Erde. Die Gegend hier am Ende
der Welt besteht vor allem aus Wasser. Genauer gesagt: gefrorenem
Wasser. Denn hier ist es das ganze Jahr über sehr kalt. Dieses Meer
reicht bis an die Kontinente Nordamerika, Asien und Europa. Man nennt es
den Arktischen Ozean oder die Arktis. Zur Arktis gehören auch einige
Landflächen, z.B. Teile von Russland, den USA (Alaska) und Kanada,
Grönland (gehört zu Dänemark), Svalbard (Norwegen) sowie Lappland
(gehört zu Norwegen, Schweden und Finnland).
Der Name Arktis
leitet sich von einem altgriechischen Wort árktos ἄρκτος “Bär” ab. Ganz
klar, denkst du, da leben ja auch die Eisbären … Stimmt. Aber den Namen
bekam die Region nicht wegen seiner pelzigen Bewohner sondern aufgrund
eines Sternenbildes. Das Sternenbild des „kleinen Bären“ befindet sich
nämlich fast genau über dem Nordpol.
In der Arktis leben auf
ungefähr 30 Millionen Quadratkilometern fast 4 Millionen Menschen - und
noch immer ca. 25.000 Eisbären.
Sicher
hast du schon vom
Klimawandel gehört. Man hat gemessen, dass die
Temperaturen auf der Erde ansteigen und das macht sich natürlich zuerst
in den kalten Regionen bemerkbar.
Am meisten leiden darunter die Eisbären. Was meinst du warum?
a) ihr Fell ist zu warm
b) sie können keine Robben mehr jagen
c) Wasser überflutet ihre Schneehöhlen
Die Lösung findest du im nächsten Kapitel.
Kapitel 2: Das Eis schmilzt ...
Die
Arktis schmilzt. Das zeigen Aufzeichnungen aus dem vergangenen
Jahrhundert. Vor allem in den letzten Jahren ist die Eisfläche stark
geschrumpft und man macht die allgemeine Erderwärmung dafür
verantwortlich. Die steigenden Temperaturen sind wiederum auf
Aktivitäten des Menschen zurückzuführen. Immer mehr Treibhausgase, die
z.B. beim Autofahren frei werden, beeinflussen unser Klima.
Aber
was passiert nun, wenn das Eis der Arktis schmilzt? Kleine Tiere, die
an der Unterseite des Eises leben, verlieren ihren Lebensraum. Fische,
die sich von ihnen ernährt haben, müssen verhungern. Wale und Robben,
die Fische fressen, haben nun ebenfalls nichts mehr zu essen … So wird
eine ganze Nahrungskette gestört. Und die Eisbären? Sie sind bei ihrer
Jagd auf Robben auf das feste Eis angewiesen … Im offenen Wasser gelingt
es Eisbären kaum, Robben zu erbeuten.
Die Lösung unserer Frage lautet also b) weil sie keine Robben mehr fangen können. Der Eisbär auf RobbenjagdWenn
ein Eisbär auf Robbenjagd geht, dann lässt er sich zunächst von seiner
Nase leiten: Er kann eine Robbe in mehr als einem Kilometer Entfernung
oder unter einer ein Meter dicken Eis- oder Schneeschichten aufspüren.
Um sie zu fangen, lauert er ihr an einem Eisloch auf, das die Robbe zum
Luftholen nutzen muss. Weil der Eisbär so weiß ist wie seine Umgebung,
kann ihn die Robbe nicht oder erst spät erkennen. Durch einen
blitzschnellen Prankenhieb ergreift er das ahnungslose Tier. Bis zu 150
kg nehmen Eisbären im Winter zu, wenn sie Robben fangen können. Im
Sommer bleibt der Eisbär am Nordpol und kommt eine Zeitlang ohne Nahrung
aus.

Kennst du dich aus mit Walen? Welche Walart in der Arktis wird auch das Einhorn des Meeres genannt?
a) Narwal
b) Grönlandwal
c) Belugawal
Die Lösung findest du im nächsten Kapitel ...
Kapitel 3: Das Einhorn der Meere?

Eine
kugelige Stirn und eine Rückenleiste statt einer Rückenflosse sind
Merkmale eines Narwals. Unverkennbar macht ihn aber der der 2 bis 3 m
lange Stoßzahn, der bis zu 10 kg wiegen kann! Der Stoßzahn ist
eigentlich ein Zahn aus dem Oberkiefer, der einfach weitergewachsen
ist. Das passiert sowohl bei Männchen als auch bei Weibchen. Bei
manchen wachsen sogar zwei Stoßzähne!
Sie sind leicht gedreht und innen hohl.
Tja,
aber warum haben die eigentlich so ein langes Horn? Eigentlich ist es
doch unpraktisch beim Schwimmen … es muss also noch eine andere
Funktion haben... Tatsächlich können sich die Wale damit besser in ihrer
Umgebung zurechtzufinden. Es ist eine Art Thermometer, das die
Wassertemperatur aber auch den Wasserdruck messen kann. Außerdem wird
festgestellt, welche chemischen Stoffe im Wasser enthalten sind.
Viele
Narwale wurden gejagt und getötet, weil auch die Menschen diesen
Hörnern besondere Kraft zu sprachen. Dabei sind sie für uns zwar hübsch
anzusehen aber ansonsten nutzlos. Man verkaufte die Hörner als Hörner
des Einhorns, das die Menschen aus Märchen und Geschichten kannten.
So, nun kennst du auch die Antwort auf unsere Expertenfrage:
c) der Narwal wird das Einhorn der Meere genannt.
Noch mehr spannende Infos über Narwale findest du in unserem
WDCS Artenführer … und vielleicht auch die Antwort auf unsere nächste Expertenfrage:
Warum nennt man die Belugas die „Kanarienvögel der Meere“?
a) wegen ihrer schillernden Farben
b) wegen ihres Gesangs
c) wegen ihres Schnabels
Kapitel 4: Beluga – ein weißer Wal … 
Bei
der Geburt ist ein Beluga-Kalb dunkelgrau. Aber zwischen dem fünften
und dem zwölften Lebensjahr wechselt die Farbe des Belugas – er wird
schneeweiß!! Und da er sich meistens in den arktischen Gewässern
aufhält, ist das sehr praktisch, denn man kann ihn kaum erkennen.
Aber
nicht nur seine Farbe ist ungewöhnlich: Die Gesänge von Belugas sind
sowohl über als auch unter Wasser (zum Teil durch einen Schiffsrumpf
hindurch) zu hören. Über 50 verschiedene Töne können diese Wale erzeugen
und sie singen oft und gerne. Seefahrer nannten sie deswegen auch die
„Kanarienvögel der Meere“.
Die Antwort auf unsere Expertenfrage ist also b) wegen ihres Gesangs. Durch
ihr tolles Stimmvermögen und ihr gutes Gehör können sie sich wunderbar
auch in dichtem Packeis mithilfe ihrer Echoortung orientieren. Dabei
finden sie immer wieder – ganz bewusst – auch den Weg in Küstenbereiche
und Flussmündungen … Manchmal wandern Belugas in den Sommermonaten
hunderte Kilometer die Flüsse hinauf, um zu ihren Geburtsplätzen zu
gelangen.
Aber eigentlich lieben Belugas das Eis und die Kälte und finden sich wunderbar – auch unter dem Eis – zurecht.
Expertenfrage: Warum müssen Wale in der Arktis nicht frieren?
a) sie sind immer in Bewegung
b) sie schwimmen immer eng zusammen
c) sie haben eine dicke Fettschicht (Blubber)
Kapitel 5: Die „Opas“ der Arktis - Grönlandwale
Der
Grönlandwal ist der einzige Wal, der das arktische Meer niemals
verlässt. Als Schutz gegen Kälte hat auch der Grönlandwal eine dicke
Fettschicht (Blubber). Und das funktioniert ganz wunderbar. Im Wasser
wäre ein dickes Fell nämlich sehr lästig als Kälteschutz. Wenn du nicht
glaubst, dass Fett gegen Kälte schützt, dann mach doch mal unser
Experiment mit dem Gummihandschuh. Dann kannst du es selber erfahren...
Die richtige Antwort auf die Expertenfrage ist also c) sie haben eine dicke Fettschicht.
Und
um bei dem dicken Eis in der Arktis zu überleben, hat der Grönlandwal
noch ein paar weitere Tricks auf Lager: man nimmt an, dass er mehr als
200 m tief tauchen kann und bis zu einer Stunde unter Wasser bleiben. Um
an Atemluft zu gelangen, können Grönlandwale Eisdecken von mindestens
60 cm Dicke durchstoßen. So können sie auch unter dem Packeis immer
wieder Atemlöcher finden.
Und trotz der Kälte scheint es dieser
Walart in der Arktis besonders gut zu gehen, denn Grönlandwale können
bis zu 200 Jahre alt werden. Nur wenige Tiere auf der Erde werden so
alt. Woher man das weiß? Tja, man kann die Wale natürlich nicht fragen,
wie alt sie sind. Aber als man einen toten Grönlandwal einmal genauer
untersuchte, entdeckte man zwei Steinharpunen in seinem Kopf.
Offensichtlich hatten Jäger bereits versucht, ihn zu töten. Allerdings
wurden diese Steinharpunen nur vor sehr, sehr langer Zeit - vor ca 200
Jahren - von den Menschen in der Arktis zur Jagd benutzt … Der Wal muss
also damals schon gelebt haben!
Dass Grönlandwale heute meist
nicht mehr so alt werden, liegt an den Menschen. Die Waljagd auf diese
sanften Riesen ist auch heute noch weit verbreitet.
Unsere Expertenfrage: Wodurch sind die Wale in der Arktis (neben dem Walfang) noch bedroht?
a) es wird lauter im Meer
b) es wird dort immer kälter
c) Zusammenstöße mit Schiffen nehmen zu
Kapitel 6: Auch Wale sind bedroht … 
Du weißt schon, dass das Eis in der Arktis durch die Erderwärmung zu schmilzen beginnt. Welche Veränderungen das für die Menschen, Tiere und Pflanzen in dieser Region mit sich bringt, kann man noch nicht ganz genau sagen. Über das Schicksal der Eisbären, die nur auf festem Eis nach Robben jagen können, hast du ja bereits gelesen.
Auch Belugawale, die sich zum Beispiel direkt von kleinen Krebsen an der Eisunterseite ernähren, werden in Zukunft wohl weniger zu fressen finden. Da sich Eisflächen verschieben, kann es sein, dass Narwale, die oft in enge Buchten schwimmen, eingeschlossen werden. Und Grönlandwale treffen jetzt vielleicht auf Artgenossen, die vorher in einem ganz anderen Teil der Arktis gelebt haben.
Je weniger Eis um den Nordpol herum zu finden ist, desto mehr Schiffe werden hier fahren. Gegenden, die Wale bisher ungestört bewohnen konnten, werden lauter werden. Auch Zusammenstöße zwischen Schiffen und Walen nehmen vermutlich zu. (Die Antworten a und c sind also richtig)
Ein kleines Paradies auf unserem Planeten verschwindet – vermutlich für immer. Und auch wir werden die Auswirkungen spüren.
Um die Erderwärmung auf zu halten, kannst aber auch du etwas tun.
Lies hier, was andere dazu geschreiben haben:
Klima-Tipps von KidsHast auch du eine Idee? Schreib uns an kids@whales.org.