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Das Narbengesicht Unter Den Delfinen: Der Rundkopfdelfin

Rundkopfdelfine, oft auch Rissos-Delfine genannt, haben ein einzigartiges Aussehen, mit dem sie für Aufsehen sorgen. Sie sind nämlich vom Kopf bis zur Fluke, so heißt die Schwanzflosse bei Walen und Delfinen, mit Narben übersäht.  Schuld an den vielen weißen Narben ist vor allem ihre Leibspeise und Hauptbeute, der Kalmar (eine Tintenfischart), den sie in großer Tiefe jagen. Es geht aber auch ein manchmal ein bisschen wilder zu, wenn die Rundkopfdelfine zusammen sind: Wenn sie miteinander spielen, rangeln oder kämpfen, fügen sie sich untereinander Narben durch Kratzen mit den Zähnen zu. Die Rundkopfdelfine haben nur an der Vorderseite des Unterkiefers Zähne und die setzen sie beim Spielen oder Kämpfen ein.
 
Narbenmuster als Erkennungsmerkmal

Wegen den Spielen und Rangeleien, bei denen auch die Zähne im Spiel sind, werden die Narben immer mehr, je älter ein Tier wird. Rundkopfdelfine können deswegen mit der Zeit einen fast komplett weißen Kopf bekommen. Anhand des Narbenmusters und anhand von Besonderheiten an der Rückenflosse ist es möglich, einzelne Rundkopfdelfine auseinander zu halten und auch wiederzuerkennen. Die männlichen Tiere werden knapp vier Meter lang und bringen gut 500 kg, also eine halbe Tonne, auf die Waage. Der Rundkopfdelfin ist weit verbreitet und lebt überall dort, wo es nicht zu kalt ist. Der Experte spricht hier von temperaten und tropischen Meeren. Leider wissen wir bis heute noch nicht viel über diese Delfine, da sie tiefe Gewässer lieben, die weit von der Küste entfernt sind.

Immer in Gesellschaft

Rundkopfdelfine  mögen es - genauso wie andere Delfine - zu springen. Außerdem stecken sie gerne den Kopf aus dem Wasser und sehen sich neugierig um. Das nennt man dann „Spyhopping“. Zwar reiten sie nicht wie anderen auf der Bugwelle (das ist die Welle, die vorne am Schiff entsteht, wenn es fährt) von Schiffen, aber manchmal schwimmen sie im Kielwasser (So nennt man die Verwirbelung von Wasser, die durch ein Schiffe und die Schiffsschraube erzeugt wird.) Manchmal surfen sie auch auf Wellen.
Der Rundkopfdelfin lebt in Gruppen mit 10 bis 50 Tieren. Es gibt aber auch so genannte Schulen, (so nennt man die Gruppen, in denen die Delfinen leben) mit bis zu 4000 Tieren. Ganz schön viele Delfine auf einmal, oder?
 
Linienformation bei der Jagd

Dass Rundkopfdelfine am liebsten in tieferen Gewässern leben, die weit von der Küste entfernt sind, haben wir ja schon gehört. Ihre Leibspeise sind Kalamare, die zu den Tintenfischen gehören, und Krustentiere ( wie zum Beispiel Krebse). Auf der Jagd nach Nahrung bilden sie sehr oft eine Linienformation – das heißt, sie schwimmen alle nebeneinander in einer Reihe. Manchmal tun sie sich auch mit anderen Waltierarten, wie zum Beispiel den Großen Tümmlern  und Grindwalen zusammen und bilden gemischte Gruppen.

Gehetzt und gejagt

Leider fallen auch Rundkopfdelfine den grausamen Delfintreibjagden in Japan zum Opfer. Laut einem Bericht sterben hier jährlich zwischen 200 und 500 Tiere. Ihr Fleisch wird in Japan gegessen, obwohl es, wie auch bei anderen Delfinarten, die dort gejagt werden, sehr giftig sein kann. Oft werden Rundkopfdelfine auch an Delfinarien verkauft. Dort sind sie wegen ihrer einzigartigen Körperzeichnung, den Narben, eine große Attraktion. Zwischen 1986 und 1999 wurden 40 Rundkopfdelfine lebend für Delfinarien gefangen. Der letzte Fang ist gerade einmal 3 Monate her: Erst im Dezember letzten Jahres wurde der WDCS berichtet, dass in der Bucht von Taiji (in Japan) 6 Rundkopfdelfine aus einer Gruppe von über 30 Tieren ausgewählt wurden. Sie wurden an Booten festgemacht in den nahen Hafen des Fischerorts transportiert.

Kamera statt Messer

In den Gewässern Japans gibt es 39 Wal- und Delfinarten. Manche von ihnen leben dort das ganze Jahr, andere kommen nur zu Besuch. Auch der Rundkopfdelfin ist ein regelmäßiger Besucher. Insgesamt kann man ganze 20 Arten regelmäßig von mehr als einem Dutzend sogenannten Walbeobachtungspunkten entlang der japanischen Küste beobachten. Seit 1988 haben über 1,5 Millionen Japaner Wale und Delfine in Freiheit beobachtet. Die Walbeobachtung ist ein neuer Wirtschaftszweig in Japan. Wir hoffen, dass irgendwann die Jagden in Japan aufhören und alle Japaner Wale und Delfine viel lieber in Freiheit beobachten wollen!

Wo ihr Delfine in Freiheit beobachten könnt, erfahrt ihr hier!

Neben der direkten Jagd auf den Rundkopfdelfin (nicht nur in Japan, sondern leider auch in anderen Ländern) ist der Rundkopfdelfin auch durch Fischernetze, in denen er sich verheddert und erstickt, durch den Klimawandel und den Lärm in den Meeren bedroht. 

Hier klicken für weitere spannende Fakten zum Rundkopfdelfin!



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