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Walhelfer Spezial!

Vorhang auf!
Dienstag, 16. Juni 2009
Gestern Nachmittag ist mein „Flieger“ auf der portugiesischen Insel Madeira gelandet. Da findet nächste Woche die Konferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) statt.
Die Tür geht auf … und was sehe ich als erstes? Es regnet!!! Anscheinend das erste Mal seit zwei Wochen hier auf Madeira. Okay, ein paar Wissenschaftler, die hier seit längerem sind, haben mir erzählt, dass es hin und wieder schon den ein oder anderen Regenschauer gab, aber ich finde, eine nette Begrüßung war das nicht gerade!
Nach und nach traf dann das ganze WDCS-Team hier ein. Das besteht aus jeweils einem Vertreter aus Argentinien, den USA, England und eben mir aus Deutschland. Jetzt besprechen wir in einer sehr netten Wohnung, nur 10 Minuten vom Konferenzort entfernt, wie wir weiter vorgehen. Bei uns ist auch Sue Fisher, die die Anti-Walfangkampagne leitet und die ihren 40.Geburtstag im Flugzeug verbracht hat. Nett!
Die eigentliche Konferenz findet dann im Casino-Hotel der Hauptstadt Funchal statt. Oje Casino!! Ist das ein weiteres Vorzeichen? In einem Casino finden doch normalerweise Glücksspiele statt! Allerdings erinnern viele Beschlüsse der IWC leider wirklich mehr an Glücksspiele als an wichtige Entscheidungen, bei denen es um den Schutz der Wale geht!
Meine Registrierung dauerte wegen der Sicherheitsmaßnahmen eine Stunde (ebenso lang wie die Kopiermaschine für 5 Seiten)! Oh Gott!
Heute fangen die Arbeitsgruppen an, sich über Themen wie Unfälle zwischen Walen und Schiffen, Walbeobachtung, Situation der Grauwale vor Ostsibirien und des Südlichen Glattwals in Südamerika zu unterhalten. Danach werden wir dann noch über verschiedene Wahlfangmethoden diskutieren.
Am Mittwoch wird’s für uns dann richtig spannend: Es geht um indigenen Walfang!
Du weißt wahrscheinlich nicht was da ist, also pass mal auf: In Grönland, einer dänischen Insel ganz im Norden der Welt, leben Eskimos, zu deren Tradition es gehört, Walfleisch zu essen (so wie du eben Schweinefleisch isst, essen die dort Walfleisch!). Weil das zu ihrer Kultur und ihrem Leben dazu gehört, dürfen sie das auch. Aber Dänemark versucht das auszunutzen und jagt viel mehr Wale, als die Leute in Grönland essen, um das restliche Walfleisch dann für viel Geld zu verkaufen. Das nennt man kommerziellen Walfang und genau das wollen wir verhindern!

Los geht’s, euer Niki Entrup

Runde 1:
Mittwoch, 17. Juni 2009
Heute beraten wir über diese drei Themen:
-) Indigener Walfang (was das ist habe ich dir ja schon das letzte Mal erklärt)
-) Verstöße gegen die Anweisungen der IWC
-) Zukunft der IWC
Ein paar Erklärungen, dass du das hier alles ein bisschen besser verstehst:
Die eigentliche Konferenz der IWC findet erst nächste Woche statt. Ich bin aber schon seit dieser Woche hier auf Madeira, um mich vorab mit vielen Leuten zum Beispiel über den Schutz der Wale zu unterhalten und zu besprechen, wie wir weiter vorgehen. Allerdings sind alle Informationen, über die wir nächste Woche bei der Konferenz diskutieren, im Moment noch streng geheim. Das heißt ich darf nicht zu viel verraten! Aber keine Sorge, ich werde euch natürlich trotzdem zu den einzelnen Themen ein paar Hintergrundinformationen geben, damit ihr dann ab Montag besser versteht, worüber wir sprechen.
Ein wichtiges Thema ist die Kommerzialisierung des Indigenen Walfangs. Puh, schon wieder so viele Fremdwörter! Aber keine Sorge, ich versuche es dir ganz einfach zu erklären: Du erinnerst dich sicher noch, was Indigener Walfang ist, oder? (Genau, die Inuits dürfen ein paar Wale fangen, um sie zu essen, weil es zu ihrer Tradition gehört) Kommerziell bedeutet, dass man etwas macht, um einen großen Gewinn zu erzielen. Kommerzieller Walfang ist also Walfang, bei dem es nur darum geht, mit dem Verkauf des Fleisches so viel Geld wie möglich zu verdienen. Das ist aber nicht erlaubt! Um dieses Verbot zu übergehen, nutzen einige Länder (zum Beispiel Dänemark) den Indigenen Walfang aus. Sie sagen, dass sie die Wale für die Inuits jagen, aber in Wirklichkeit verkaufen sie das Fleisch teuer nach Japan. Das nennt man dann Kommerzialisierung des Indigenen Walfangs und das wollen wir natürlich verhindern!

Über dieses Thema haben wir der Presse ein paar Informationen gegeben und ich freue mich total, dass viele Leute in Europa ziemlich interessiert daran sind.

Ein weiteres großes Problem sind die Verstöße gegen die Anweisungen der IWC. Einige Länder jagen zum Beispiel viel mehr Wale, als es von der IWC erlaubt ist. Aber leider kümmern sich fast keine Staaten darum, wie diese Länder bestraft werden. Das muss sich dringend ändern!

Weiter geht’s, euer Niki Entrup

EU – Erhöret Uns!
Donnerstag, 18. Juni 2009
Gestern Abend war ich bei einem Gespräch zwischen verschiedenen europäischen Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Mit dabei waren auch Vertreter von mindestens 10 Mitgliedsstaaten der europäischen Union.
Die NGOs haben begriffen, dass sie sich vor allem auf die Hauptthemen „Zukunft der IWC“ und „Bejagung von Buckelwalen“ konzentrieren müssen. Außerdem konnten wir ihnen klar machen, dass die Staaten, die sich für den Walschutz einsetzen, auf die ständigen Drohungen der Walfän-ger reagieren MÜSSEN.

Die Regierungen haben in den letzten zwei Jahren immer wieder gesagt, dass es notwendig ist, dass sich Walfänger und Walschützer einigen. Aber wie sollen wir das machen? Wir, die wir uns für den Walschutz einsetzen, machen uns viel Mühe und überlegen, wie man sich mit den Wal-fangländern einigen kann. Die Walfänger aber versuchen nur uns zu ärgern und gehen nicht auf unsere Vorschläge ein. Was ist in den letzten zwei, drei Jahren passiert?
Island hat wieder mit dem kommerziellen Walfang angefangen.
Island hat beschlossen 2009 so viele Wale wie seit vielen Jahren nicht mehr zu jagen.
Norwegen macht mit dem kommerziellen Walfang weiter.
Island und Norwegen verkaufen trotz Handelsverbot Walprodukte nach Japan.
Japan tötet weiterhin Wale in der Antarktis und im Nordwestpazifik und droht mit der Jagd auf Buckelwale.
In Grönland wurden 25 Zwergwale und 2 stark gefährdete Grönlandwale mehr pro Jahr gejagt und Dänemark will das noch ausbauen.

Bis heute haben sich die Walfangstaaten nie darum bemüht, eine Lösung der Situation zu finden. Und dabei ist es eigentlich ganz einfach. Die Wale sind auf der ganzen Welt durch viele Gefahren bedroht: Zerstörung ihres Lebensraums (zum Beispiel durch die Verschmutzung der Meere), Veränderungen des Klimas, Überfischung (das bedeutet, dass von den Menschen so viele Fische gefangen werden, dass für die Wale nicht mehr genügend zum Fressen übrig bleiben) und natürlich die direkte Jagd auf die Wale. Und genau diese Gefahr kann man eigentlich am einfachsten beseitigen! Denn heutzutage ist die Waljagd für die Menschen nicht mehr lebensnotwendig (ausgenommen für ein paar kleine Gruppen wie die Inuit)!

Es ist doch zum Verzweifeln, dass die Umwelt- und Artenschutzpolitik nur so langsam in die Gänge kommt! Aber wenigstens zeigen immer mehr Menschen Interesse und die Umwelt-, Tier- und Artenschutzorganisationen arbeiten näher zusammen.
Die Stimme für unsere Freunde aus dem Meer wird lauter. Und Gott sei Dank gibt es unter den Vertretern der EU-Staaten einige wirklich engagierte Personen, die sich für die Umwelt und den Artenschutz einsetzen!

Euer Niki Entrup

Sinnloser Walfang
Freitag, 19. Juni 2009
Seit 1986 gibt es weltweit ein kommerzielles Fangverbot und ein internationales Handelsverbot für Walprodukte. Drei Länder interessieren sich allerdings überhaupt nicht für diese Gesetze und halten sich auch nicht daran: Island, Norwegen und Japan.
Diese Länder gehen regelmäßig auf Waljagd, obwohl in Island nur wenig Walfleisch gekauft wird und auch in Norwegen der Bedarf nicht sehr hoch ist. Oft ist es sogar so, dass die Walfänger in Norwegen eine Pause mit der Jagd machen müssen, weil die Verarbeitungsfirmen nicht genügend Käufer für ihr vieles Fleisch haben. Und zu billig wollen sie es ja auch nicht verkaufen, sonst verdienen sie nicht genug Geld. Ein Teil der Wale, der so genannte Blubber (= Walspeck), wird sogar überhaupt nicht verwertet und meistens noch auf dem Schiff zurück ins Meer geworfen.
Japan hat vor kurzem beschlossen, zusätzlich zu den bisherigen Walen tausende Kleinwale zu töten, obwohl auch hier tonnenweise Walfleisch rumliegen und nicht verwendet werden. Außerdem hat Japan erlaubt, Walfleisch aus Norwegen und Island einzukaufen. Könnt ihr das verstehen? Ich nicht! Japan hat eh schon viel zu viel Walfleisch und jetzt jagt es noch mehr Wale und kauft auch noch das Walfleisch aus anderen Ländern!!! Das kann so nicht weitergehen!

Seit Monaten hört man, dass die Wirtschaftskrise auch eine Chance ist. Hmmmm. Island ist bankrott, das heißt, das Land hat kein Geld mehr. Aber trotzdem gibt die Regierung jede Menge Geld für den Walfang aus und lässt zu, dass so viele Wale wie seit 1986 nicht mehr gejagt werden dür-fen. Wie kann das sein?
In Japan läuft das mit dem Walfang so ab: Die japanische Regierung erlaubt seinem Walforschungsinstitut (ICR), dass es zwei wissenschaftliche Walfangprogramme machen darf. Eins im Nordwestpazifik, eines in der Antarktis.
Eigentlich bedeutet wissenschaftlicher Walfang, dass der Wal getötet wird, um dadurch neue Kenntnisse zum Beispiel für die Forschung zu sammeln. Ähnlich wie der indigene Walfang wird aber auch der wissenschaftliche Walfang von einigen Ländern ausgenutzt. Das heißt, Japan sagt, dass sie die Wale für neue wissenschaftliche Erkenntnisse töten, in Wirklichkeit wollen sie aber nur viel Fleisch haben, das sie dann teuer verkaufen können.

Das IRC stellt der Walfangfirma Kyodo Senpaku Jagdschiffe und Waljäger zur Verfügung und kauft der Firma dann zweimal im Jahr die Walprodukte ab, um sie weiterzuverkaufen. Aber das IRC verdient dabei nicht viel. Fast das ganze Geld, das es für den Verkauf des Walfleisches bekommt, muss es für die Ausgaben für die Schiffe und Jäger verwenden. Die ganzen Kosten würden sich für Japan nur dann lohnen, wenn Walfang und Handel mit Walprodukten überall auf der Welt in großen Mengen erlaubt wäre. Aber das dürfen wir auf keinen Fall zulassen!
Denn jeder einzelne Wal, der getötet wird, ist einer zu viel!

Euer Niki Entrup

Island in die EU?
Samstag, 20. Juni 2009
Der einzige Finnwaljäger aus Island, Kristjan Loftsson, ist absolut dagegen, dass Island in die Eu-ropäische Union eintritt. Du willst wissen warum? Nun ja, er weiß ganz genau, dass bei den Bei-trittsverhandlungen Walfang ein Thema ist, über das viel gesprochen werden wird.
EU-Ländern ist es nämlich verboten Wale und Delfine zu jagen. Daran müsste sich auch Island halten, wenn es Mitglied der EU wird. Das will Herr Loftsson nicht, denn er verdient ja viel Geld mit dem Walfang.
Wenn es so weit kommt, dann ist eines ganz wichtig: Die Bevölkerung der EU-Mitglieder (also auch wir Deutschen) muss fordern, dass Island keine Extraerlaubnis für den Walfang bekommt, wenn es in die EU eintreten will.
Für uns Walschützer sind diese Verhandlungen eine große Chance. Wir können dadurch nämlich Island dazu bringen, dass es keine Wale und Delfine mehr jagt, da es sich an die Gesetze halten muss.

Viele Grüße aus Madeira, euer Niki Entrup

Die 61. Jahrestagung der IWC beginnt
Sonntag, 21. Juni 2009
In wenigen Stunden (genau am Montag, 22.Juni, um 10.00 Uhr) beginnt die 61. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC). Und irgendwie kommt es mir vor wie jedes Jahr. Man bereitet sich wochenlang vor, verhandelt schon monatelang vorher mit Regierungen, schreibt Beurteilungen und die meisten Teilnehmer wissen, dass viele Punkte eigentlich schon klar sind.
Die wichtigste Frage, die uns beschäftigt, ist eigentlich leicht gestellt: Wie sehr engagieren sich die Regierungen wirklich für Wal-, Arten- und Tierschutz? Natürlich interessieren sich viele Staaten für lebende Wale. Mit Whale Watching (Beobachtung von Walen und Delfinen in freier Wildbahn) lässt sich schließlich sehr viel Geld verdienen! Aber viel besser noch können wir bei diesem Thema sehen, welche Länder die Wale nur schützen, weil man mit ihnen einen hohen Gewinn erzielen kann und welche nicht. Wann sagen die Regierungen ihre Meinung direkt und wann zeigen sie sie lieber nicht öffentlich und versuchen ihren wahren Standpunkt zu verbergen? Gibt es noch genügend Länder, die sich wirklich für die Erhaltung und den Schutz von Wildtieren interessieren?
Im Moment setzen die Regierungen die Walfangstaaten aber noch viel zu wenig unter Druck. Das muss sich schleunigst ändern!
In den nächsten Tagen wird sich dann zeigen was Sache ist. Leider darf ich mich ja erst ab morgen, 10.00 Uhr genauer äußern (noch sind alle Infos geheim), aber eins kann ich euch jetzt schon sagen: Dänemark ist leicht zu durchschauen und das wissen auch die Vertreter der einzelnen Länder. Gleichzeitig habe ich aber auch richtig Angst, wenn ich sehe, wie untätig die meisten Staaten sind und einige sogar überlegen, Dänemark zu unterstützen.
Und genau hier liegt die Verantwortung der Nichtregierungsorganisationen, wie zum Beispiel der WDCS. Wir sind politisch unabhängig und müssen denen, die sich nicht wehren können, helfen!

Egal, ob du dich für Menschen-, Umwelt-, Tier-, Arten- oder Naturschutz einsetzen willst. Egal, ob du Geld spenden oder aktiv mitarbeiten willst. Egal, ob du die WDCS oder eine andere Organisati-on unterstützen willst.

Werde JETZT aktiv! Unterstütze uns dabei, den Schwächeren eine Stimme zu geben! Pro-testiere gegen die Jagd auf Buckelwale im Atlantik! JEDER kann helfen!

Danke, euer Niki Entrup

Jetzt wird es unverschämt!!
Dienstag, 23. Juni 2009
Es war ja zu erwarten, dass Dänemark beantragt, noch mehr Wale zu jagen, aber so wie es sich hier verhält, ist das einfach nur dreist und unverschämt!
Ich erklär dir wieso:
Dänemark hatte ein Jahr lang Zeit, sein so genanntes „NEED“ Statement zu schreiben. Das heißt es sollte schriftlich erklären, wie viel Walfleisch es braucht und warum es  noch mehr Wale als bis-her jagen will. Dänemark hat das aber nicht gemacht und nicht mal den Leuten, die über den Antrag entscheiden, Informationen gegeben. Darüber soll aber heute abgestimmt werden, so dass die Dänen gestern Nachmittag den Antrag noch schnell geschrieben haben. Fünf Minuten vor dem letzten Termin! Versteht ihr, warum ich so sauer bin? Dänemark hat ein Jahr lang Zeit und macht es dann in den letzten Minuten! Das ist doch eine Sauerei!
Aber es kommt noch schlimmer: Das, was die Dänen da geschrieben haben, ist einfach eine Unverschämtheit!
Bisher hat Grönland immer gesagt, dass man aus einem Zwergwal 2 Tonnen und aus einem Finn-wal 10 Tonnen Walfleisch bekommt. An Hand davon hat Dänemark dann beschlossen, wie viele Wale es tötet. Wissenschaftler und Walexperten haben aber herausgefunden, dass das nicht stimmt und man viel mehr Fleisch pro Tier und zusätzlich auch noch Fett (Blubber) und andere Produkte gewinnen kann. Das heißt, Dänemark benötigt eigentlich viel weniger Wale als es sagt.
In Dänemarks/Grönlands neuem „NEED“ Statement steht jetzt plötzlich, dass man aus einem Zwergwal 1,4 Tonnen und aus einem Finnwal 6,1 Tonnen Walfleisch gewinnt, der Rest sind ande-re Produkte. Das widerspricht aber Grönlands früheren Aussagen!

Dänemarks Taktik:
Dänemark sagt nun, dass es ab jetzt 22 Zwergwale weniger jagen will, aber dafür 10 Buckelwale mehr. Das heißt in Zukunft sollen 190 Zwergwale, 19 Finnwale, 2 Grönlandwale und 10 Buckelwa-le getötet werden. Laut den alten Berechnungen ergibt das aber etwa 36 Tonnen mehr Fleisch als vorher! Dänemark tut also so, als ob es weniger Wale jagt, um damit uns Walschützern entgegen zu kommen! Und das ist FALSCH!
Die Fakten:
Grönland hat im letzten Jahr weniger Wale gejagt als es eigentlich dürfte. Es braucht anscheinend gar nicht so viel Fleisch, wie es angibt. Angeblich benötigt Grönland 730 Tonnen (!!) Walfleisch. Das würde nach den neuen Berechnungen von Dänemark bedeuten, dass hunderte Wale zusätz-lich getötet werden müssen. Wenn man jetzt den Antrag von Grönland annimmt, dann wird Däne-mark das wohl in Zukunft auch machen.
Dänemarks und Grönlands Verhalten ist eine Unverschämtheit und sie versuchen uns bewusst zu täuschen.
Wer unternimmt etwas?
Die Europäische Union hat bis jetzt noch nichts Klares zu Dänemarks Antrag gesagt. England will, dass der Antrag abgelehnt wird, ebenso wie Deutschland und Österreich. Italien, Slowenien, Schweden und Finnland unterstützen hingegen Dänemark.
Wir werden hier vor Ort alles dafür tun, dass die EU und andere Staaten den Antrag ablehnen, denn es wäre ein Skandal, wenn Dänemark mit seiner dreisten Unverschämtheit sein Ziel erreichen würde.

Euer Niki Entrup

Dänemark präsentiert den Antrag
Dienstag, 23. Juni 2009
Zuerst mal ein kleiner Rückblick:
Seit 2007 dürfen in Grönland folgenden Wale gejagt werden:
- 212 Zwergwale
- 19 stark gefährdete Finnwale
- 2 stark gefährdete Grönlandwale
Schon 2007 forderte Dänemark von der IWC, zusätzlich 25 Westgrönländische Zwergwale, 2 Grönlandwale und 10 Buckelwale jagen zu dürfen, weil sich die grönländische Bevölkerung ver-mehrt hat und dort jetzt angeblich jedes Jahr 730 Tonnen Walfleisch gegessen werden. Die Mehr-heit der IWC-Mitgliedsstaaten stimmte aber sowohl 2007 als auch 2008 dagegen. Nach langen Verhandlungen bekam Dänemark nicht ¾ der Stimmen, die es gebraucht hätte. Gott sei Dank! Die WDCS hatte durch ihre vielen Proteste einen großen Anteil daran.
Trotzdem will Dänemark auch dieses Jahr wieder versuchen durchzusetzen, dass es ab 2010 zusätzlich noch 10 Buckelwale jagen darf!! Die Dänen machen innerhalb der EU schon viel Werbung dafür. Aber wie in den letzten Jahren muss der Antrag, Buckelwale zu jagen, auch diesmal unbedingt wieder abgelehnt werden! Aus diesen Gründen:

1. Obwohl Grönland sagt, dass nicht genügend Fleisch für die Bevölkerung da ist, hat es in den letzten Jahren immer weniger Wale gejagt, als es eigentlich dürfte. Grönland braucht in Wirklich-keit also gar nicht mehr Fleisch für die eigene Bevölkerung.
2. In Grönland werden jedes Jahr mehr als 3000 Kleinwale getötet. Darunter vor allem Schweins-wale, Schwertwale, Grindwale, Belugas und Narwale. Vor allem die Jagd nach den Belugas und Narwalen wird stark kritisiert, denn sie sind sehr vom Aussterben bedroht. Das Fleisch von diesen Tieren wird aber von Dänemark in die Berechnungen, wie viele Wale es jagen muss, gar nicht mit-einberechnet. Es ist also mehr Fleisch da, als Dänemark sagt und damit noch ein Grund, dass nicht noch weitere Wale gejagt werden müssen.

Die IWC erlaubt den grönländischen Walfang nur, damit indigene Bevölkerung, also die Inuits, Walfleisch haben. Inzwischen wird ein großer Teil des Fleisches aber auch in Supermärkten in Grönland und Dänemark verkauft. Der indigene Walfang wird also nur ausgenutzt, um viel Geld zu verdienen. Und das können wir nicht dulden!

Euer Niki Entrup

Buckelwale müssen warten!
Dienstag, 23. Juni 2009
Oh weh, na ja, morgen geht es weiter. Dänemark wollte, dass über die Buckelwale erst morgen abgestimmt wird, so dass die anderen Länder noch länger Zeit haben, um sich den Antrag anzuschauen. Oh Mann! Ich hab dir ja schon erklärt, dass Dänemark ein Jahr Zeit hatte und seit einem halben Jahr immer wieder von der EU dazu aufgefordert wurde, den Antrag zu schreiben, und es dann erst in den letzten fünf Minuten gemacht hat. Na das ist doch klar, dass dann keiner mehr Zeit hat den Antrag zu lesen!
Die Diskussion war eine Qual! Die EU hat ihre Meinung noch nicht geäußert, aber einige andere Länder:

1. Argentinien bezweifelt die Berechnung von Dänemark, wie viel Fleisch man aus einem Wal be-kommt. Es hat schon 2008 der IWC den Auftrag gegeben, eine richtige Berechnung zu schreiben, doch das wurde nicht gemacht!
2. Mexiko sieht das so wie Argentinien. Es erklärt, dass man viel mehr Fleisch und andere Produk-te aus einem Wal herstellen kann, als im Moment gemacht wird.
3. Island unterstützt den nachhaltigen Walfang (nachhaltiger Walfang bedeutet, es werden immer nur so viele Wale gejagt, wie neue geboren werden, so dass die Zahl der Wale gleich bleibt) und sagt, dass die Jagd auf Buckelwale ein solcher ist.
4. Australien ist der gleichen Meinung wie Argentinien. Es will auch, dass die IWC richtige Berechnungen vorlegt.
5. St. Lucia meint, dass es kein Problem ist, die Jagd zu erlauben. Oh Gott…
6. St. Vincent & die Grenadinen sagen wörtlich: „Wir haben großes Mitgefühl mit den Grönländern. Zählen hier nur die Wale oder auch Menschen?“ (Oh weh…wenn ich das höre! So eine Rede gab es schon die letzten 10 Jahre immer! Wenn die Grönländer wirklich verhungern würden, warum nutzen sie dann die bestehende Fangquote seit Jahren nie aus? Warum vergammeln viele getötete Wale ohne, dass das Fleisch genutzt wird?)
7. St. Kitts & Nevis: Ein sprachliches Genie spricht zu uns! Der Vertreter dieses Landes zeigt das Bild von einem Kind, das nichts mehr zu essen hat… (Wenn ich mal einen Kurs mache, wie man am besten eine Rede hält, dann auf jeden Fall bei ihm! Er schafft es, alles so gefühlsbetont darzu-stellen! Haha…Vor etwa 20 Jahren war er mal im Namen von Antigua und Barbuda (das ist auch eine Inselgruppe) voll und ganz für den Walschutz. Bis Japan dort Fischereifabriken gebaut hat, ab dann war er plötzlich für den Walfang… und jetzt ist er der Vertreter von St. Kitts & Nevis! Wa-rum?... Naja…ich sag da jetzt lieber nichts dazu…)

Euer Niki Entrup

Die Zeit wird knapp!
Mittwoch, 24. Juni 2009
Jetzt greift auch Amerika in die Verhandlungen ein! Die USA sind ein großes Land und haben deshalb immer wieder starken Einfluss auf andere Länder. Damit versuchen sie jetzt, den Antrag Dänemarks zu retten und eine Zustimmung zu erlangen. Die EU hat nämlich angekündigt, den Antrag abzulehnen. Daraufhin hat der Vorsitzende der IWC – Bill Hogarth aus den USA – auf Bitten von Dänemark gestern die Abstimmung auf heute verschoben. Gleich zu Beginn der heutigen Konfe-renz wurde die Entscheidung dann aber wieder auf morgen verschoben.
Offiziell heißt es, dass das gemacht wurde, damit mehr Zeit für Diskussionen da ist. Aber in Wirklichkeit brauchen die USA nur noch länger Zeit, viele andere Länder zu überreden, den Antrag doch anzunehmen.
Und plötzlich ist sich auch die EU nicht mehr sicher! Es wird viel geredet und nur noch wenige Staaten sind für den Walschutz und damit für die Ablehnung des Antrags. Es ist kein Geheimnis, dass dazu Deutschland und England zählen. Viele Länder schweigen!
Die Abstimmung ist morgen und die Zeit wird knapp für die Buckelwale!

Euer Niki Entrup

Buckelwale gewinnen ein paar Monate Zeit!
Donnerstag, 25. Juni 2009
Wo soll ich anfangen?
Als erstes hat Dänemark gestern seinen Antrag etwas verändert. Es will die Erlaubnis, vorerst nur im nächsten Jahr 10 Buckelwale jagen zu dürfen. Die Entscheidung für die folgenden Jahre soll dann später fallen. Das hat die EU aber zum Glück abgelehnt. Ich will nicht daran denken, was passiert wäre, wenn sie ja gesagt hätte. Denn wenn die Buckelwale erst einmal getötet werden, ist es schwierig das wieder zu verhindern. Dann wurde versucht sich so zu einigen, aber Dänemark/Grönland blieb hart. Man muss dazu sagen, dass es auch noch andere Staaten waren, die unbedingt wollten, dass der Antrag angenommen wird. Darunter vor allem die USA.
Nach weiteren Besprechungen in der Früh, haben dann alle ganz gespannt auf die Rede vom Vorsitzenden der IWC, Bill Hogarth aus den USA, gewartet. Er verlas folgenden Entschluss:
Es wird eine Arbeitsgruppe gegründet, die in den kommenden Wochen viele Infos sammeln und Empfehlungen ausarbeiten soll. Welche Punkte das genau sind, hat er nicht gesagt, daran wird wahrscheinlich noch gearbeitet. Danach soll noch dieses Jahr eine neue IWC-Konferenz stattfin-den, um dann endgültig über den Antrag zu entscheiden. Bis dahin hat Dänemark KEINE Erlaubnis, Buckelwale zu jagen.
Ja, was soll ich dazu sagen? Irgendwie ist es natürlich schon ein Erfolg, dass der Antrag noch nicht angenommen wurde. Aber auf der anderen Seite ist der Entschluss auch ein absoluter Skandal! Dänemark hat sich mit seiner Unverschämtheit und Dreistigkeit fast durchgesetzt, einige Länder lassen sich von den USA einschüchtern und die IWC schafft es nicht, einen absolut schwach-sinnigen Antrag klar abzulehnen. Jetzt muss eine neue – für dieses Jahr dritte!!! – Konferenz statt-finden. Vertreter aus mehr als 80 Ländern der Welt sollen dann noch einmal über den Antrag sprechen und abstimmen. Viele Länder haben aber gar nicht so viel Geld, um daran teilzunehmen. Eine gesamte Konferenz, nur für Dänemark, das müsst ihr euch mal vorstellen! Unfassbar!
Die Walschutzstaaten müssen jetzt Zähne zeigen und weiterkämpfen. Wir dürfen uns das nicht gefallen lassen und nicht zulassen, dass Dänemark seinen Willen durchsetzt.
Mehr dazu gibt’s später. Es ist alles noch sehr hektisch hier. Ich werde in Ruhe berichten...ich werde es zumindest versuchen!

Euer Niki Entrup



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