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Unsere Art Der Woche. Der Grauwal

Einmal zum Mond und zurück...

Die Wanderungen der
Grauwale gehören zu den längsten im ganzen Tierreich. Sie fressen in der Nähe des Nordpols und pflanzen sich in den warmen Gewässern vor der Küste Kaliforniens fort, wo auch ihre Kälber geboren werden. Ein Grauwal kann eine bis zu 20.000 km lange Wanderung im Jahr vollführen. Auf das ganze Leben bezogen könnte das Tier auf diese Weise eine Strecke wandern, die genauso weit wäre, wie ein Hin– und Rückflug zum Mond.



100 – 200 kg Walläuse


Dieser bei Walbeobachtern sehr beliebte Wal verdankt seinen Namen der grauen Haut, die aber auch blau-grau oder weißlich gefärbt sein kann. Zum Teil erscheint sie durch kleine Krebstiere in einem gelblichen Farbton. Oft tragen Grauwale 100 oder sogar 200kg Entenmuscheln und Walläuse auf ihrem Kopf und Körper.
Ausgewachsene Männchen können bis zu 14 Meter lang werden, Weibchen sogar einen Meter länger. Die Kälber sind bei der Geburt bereits 5 Meter groß.
Der Grauwal besitzt keine Rückenfinne, sondern einen flachen Buckel und bis zum Schwanz weitere kleinere „Knöchel“.

Springen, Schauen, Schlagen


Grauwale suchen oft die Nähe von Schiffen. Sie lieben es an der Oberfläche zu springen, sich mit herausgestrecktem Kopf in der Umgebung umzusehen und mit ihrer Schwanzflosse auf die Wasseroberfläche zu schlagen. Manchmal reiten sie auch in flachem Wasser auf Brandungswellen.



Einzigartige Fresstechnik


Grauwale fressen Krusten- und Weichtiere, indem sie sich am Meeresboden auf eine Seite rollen und so - langsam schwimmend - das Bodensediment einsaugen. Das Wasser und den Schlamm drücken sie dann durch ihre Bartenplatten hinaus und können so die zurückbleibenden Nahrungstiere fressen. Die meisten Grauwale rollen sich zur Nahrungsaufnahme auf die rechte Seite, doch es gibt – wie bei Menschen – auch „Linkshänder“, die die linke Seite nutzen. Daher sind bei den meisten Grauwalen die Barten auf der rechten Seite mehr abgenutzt und kürzer, als auf der linken Seite. Außerdem ist die rechte Seite des Kopfes durch den Meeresboden zerkratzter.

Gefahr durch Ölbohrungen

Die meisten Grauwale leben im Nordostpazifik. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts gab es dort nur noch ein paar hundert Tiere, durch Schutzmaßnahmen werden es jedoch  langsam wieder mehr.
Die Grauwal-Population im Nordwestpazifik hingegen wird als „vom Aussterben bedroht“ angesehen. Dort leben noch 130 Tiere, davon nur 30 Weibchen, die noch Jungtiere bekommen könnten. Diese Gruppe von Grauwalen findet ihre Nahrung hauptsächlich vor der Insel Sachalin (im Osten Russlands), wo eine russische Öl- und Gasfirma in der letzten Woche Untersuchungen des Meerbodens durchgeführt hat. Die Bohrungen verursachen extremen Lärm im Wasser und vertreiben so die Mütter und Kälber aus ihrem Nahrungsgebiet.

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Quellen:
http://www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/Umwelt/Wale-vor-dem-Untergang-Russischer-Oelkonzern-gefaehrdet-letzte-Grauwale_article1281291150.html



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