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Er Besiegt Den Riesenkalmar - Pottwal - Unsere Art Der Woche

Er besiegt den Riesenkalmar – der Pottwal - Unsere Art der Woche



Der deutsche Name des größten Zahnwals kommt vom Kopf dieses gigantischen Tiers, der fast ein bisschen wie ein Topf (im Norddeutschen: Pott) aussieht.

Der größte Zahnwal
Da kommt man leicht ins Staunen: ausgewachsene Tiere werden 15 bis 18 Meter lang, das ist genauso so lang wie ein Doppeldeckerbus. Weibliche Tiere können eine Länge von 11 bis 12 Metern erreichen, Kälber messen 3,5 bis 4,5 Meter. Bei so einem langen Körper bringt der Wal auch einiges auf die Waage: ein ausgewachsener Pottwal kann zwischen 20 und 50 Tonnen auf die Waage bringen, neugeborene Kälber wiegen bereits eine Tonne (so viel wie ein Kleinwagen!). Weibliche Pottwale und ihr Nachwuchs bilden Gruppen, die die Männchen im Alter von etwa 7 bis 27 Jahren verlassen. Die älteren Männchen leben oft allein und schließen sich nur in der Paarungszeit den weiblichen Tieren an.

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Ich hab dich zum Fressen gern: das Leibgericht der Tiefseetaucher
Der Pottwal ernährt sich hauptsächlich von Kalmaren, aber auch Fischen und Krebsen, sowie Garnelen. Regelmäßig finden Forscher im Magen eines Pottwales auch den geheimnisvollen Riesenkalmar, der auf der Speisekarte der Pottwals scheinbar ganz oben steht. Um ein Exemplar der Riesenkalmare zu erledigen, müssen Pottwale Unterwasser richtige Kämpfe ausfechten – genau diese Kämpfe sind auch für die runden Saugnapf-Narben am Körper vieler Pottwale verantwortlich. Was bei so einem Kampf alles passiert, ist bis heute zum Großteil noch unerforscht. Man weiß allerdings, dass die Suche nach den schmackhaften Tintenfischen den Pottwal regelmäßig in große Tiefen von über 2.000 Meter lockt. Ein Tauchgang auf diese Tiefe kann bis zu 60 Minuten dauern - damit ist der Pottwal der beste Taucher unter den Walen!



Pottwale live erleben!

Wenn du einen Pottwal einmal live in Aktion sehen möchtest, musst du dich im Atlantik, im Pazifik oder im Indischen Ozean aufhalten. In großen Gruppen begegnest du ihm aber nur in den Tropen und Subtropen. Er lebt in tieferen Gewässern und ist deshalb ein Bewohner der Hochsee. Allerdings ist er auch in Küstennähe zu finden, wenn das Wasser dort rasch an Tiefe gewinnt (wie z.B. im Ligurischen Meer zwischen den Küsten von Frankreich, Monaco, Italien und Korsika). Eine tolle Gelegenheit für dieses einmalige Erlebnis bieten die WDCS Forschungsreisen. Bei der Reise in die Ligurische See, Italien, an Bord des 19 Meter langen Segelbootes Pelagos kann man bei ruhigem Wetter dort heimische Wal- und Delfinarten beobachten. Du kannst hier Streifendelfinen, Rundkopfdelfinen, Pilotwalen, Pottwalen und sogar Finnwalen besonders nahe kommen und wie ein echter Walforscher bei der Feldforschungsarbeit mithelfen. Wenn du noch mehr über diese Reise wissen möchtest, klick einfach hier.



Moby Dick und die Geschichte des amerikanischen Walfangs

„Da bläst er! - Da bläst er! Ein Buckel wie ein Schneeberg! Es ist Moby Dick." - der weltweit wohl bekannteste Pottwal ist „Moby Dick“, der weiße Wal aus Herman Melvilles Buch aus dem Jahr 1851. Dieses Buch hat es geschafft, dass der Pottwal zu bekanntesten Vertretern der Großwale überhaupt gehört. In dem Buch wird die Geschichte des sagenumwobenen weißen Wals, Moby Dick, und die Jagd des von grenzenlosem Hass getriebenen Walfängers Kapitän Ahab auf ihn erzählt. Der geisterhafte Wal und der besessene einbeinige Walfänger liefern sich im Laufe des Buchs einen Kampf auf Leben und Tod. Die Geschichte erklärt sehr viel über Wale und war zu der Zeit auch ein wichtiges Stück Walkunde und Walfanggeschichte. Es wird zum Beispiel in einem Kapitel erklärt, welche Bestandteile des Wals essbar sind und wie sie am besten schmecken. Dass er damit einige Erfahrung hatte, liegt vor allem daran, dass Melville selbst einige Jahre seines Lebens als Walfänger auf den Weltmeeren unterwegs war. 

Nantucket – die Walfang-Hauptstadt des frühen 18. Jahrhunderts
Das Abenteuer auf See beginnt am Hafen von Nantucket, wo das Schiff ausläuft, um reiche Beute zu fangen und Moby Dick zu jagen. Nantucket ist eine etwa 90 km² große Insel südlich von Cape Cod vor der Nordost-Küste der USA. Vielleicht hast du diesen Namen schon ein Mal in Verbindung mit der Jagd auf Wale. 1690, nachdem angespülte Kadaver von Walen zuvor schon zu Tran verarbeitet wurden, begann man mit kleinen Booten in Küstennähe die Jagd auf Wale. Erst nachdem man im Kopf von Pottwalen den sogenannten Walrat und dessen Wert entdeckt hatte, wurde die Waljagd ab 1715 auf die Hochsee ausgeweitet. Um die Pottwale zu fangen, gingen die Nantucketer Walfänger gegen Ende des 18. Jahrhunderts auf eine 2-4 Jahre lange Reise aus dem Nordatlantik um Kap Hoorn (eine Landspitze auf der chilenischen Felseninsel Isla Hornos) herum in den Pazifik bis vor die japanische Küste. Die Stadt Nantucket brachte es zu einigem Wohlstand durch den Walfang und war vom frühen 18. Jahrhundert bis etwa 1830 die „Walfang-Hauptstadt“ der Welt. Das Walrat wurde damals als Arzneimittel für Husten und Lungenerkrankungen, als Wachs für qualitativ besonders hochwertige Kerzen oder auch als Schmieröl für Motoren und Automatikgetriebe eingesetzt.



Die Jagd geht weiter
Durch den Walfang der Vergangenheit gibt es heute nur noch knapp 100.000 Pottwale. Selbst heute noch stellt die Jagd eine Gefahr dar - vor allem im Rahmen der „wissenschaftlichen“ Waljagd Japans.

Setz dein Zeichen gegen den Walfang und werden WALHELFER.

Mehr über unsere Art der Woche erfährst du hier in unserem Artenführer !




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