WDC Kids

Mahlzeit – Ein Plastikfreies Abendessen

Ruth von den WDC-Kids hat sich gemeinsam mit ihren beiden Kindern gefragt: „in einer Welt voller Plastik, kann man da noch ein plastikfreies Abendessen zubereiten?“. Das wollten die drei auf jeden Fall selbst herausfinden. Über ihre Erfahrungen berichten sie im aktuellen Blog:

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Die Aufgabe klingt einfach: „ein Abendessen zubereiten ohne dabei Produkte zu verwenden die in Plastik abgepackt waren“. Die Aufgabe klingt einfach – aber ist sie das auch?

Wir haben uns der Herausforderung gestellt und waren überrascht… es kann ganz leicht sein, aber auch fast unmöglich. Hängt ganz davon ab was wir kochen wollen und wo wir einkaufen.

Ein paar wichtige Tipps bevor es losgeht:
-    nimm deine eigene Stofftasche oder einen Korb mit zum Einkaufen
-    verzichte auf kleine Plastiktüten für das Gemüse oder das Obst
-    kauf regionale Produkte und besuche wenn möglich den Bauernmarkt bei dir ums Eck

Hier findet ihr eine Liste der Plastikfreien-Supermärkte
In Plastikfreien-Supermärkten werden die Produkte nicht in Einwegverpackung verkauft, sondern nur in Behältern wie Flaschen, Dosen und Boxen die man mehrmals verwenden kann. Kein in Plastik eingeschweißtes Gemüse, keine Cornflakes in Plastiktüten und keine Milch in Tetrapacks.

Da es ganz leicht sein kann ein plastikfreies Abendessen zu kochen, aber auch ganz schön kniffelig, je nachdem was man kocht, haben wir drei unserer Lieblingsrezepte auf die Probe gestellt. Mit folgendem Ergebnis:

Spaghetti mit Gemüsebolognese und Parmesan
Ein Klassiker. Bevor wir in den Supermarkt gehen, ahnen wir schon… mit den Spaghetti könnten wir ein Problem bekommen… die sind doch meist in Plastik abgepackt oder?



Im Supermarkt ums Eck bekommen wir Pilze, Karotten, Sellerie, Zwiebel und Knoblauch ohne Plastikverpackung. Die Gewürze Rosmarin und Thymian gibt es hier nur in Plastik abgepackt und auch das Paprikapulver und die Lorbeerblätter gibt es nur in einer Plastiktüte. An der Tube des Tomatenmarks steckt eine grüne Plastikverschlusskappe. Das Olivenöl ist mit einer Plastikhülle verschweißt. Was sollen wir tun?
Wir beschließen die Nachbarn zu fragen, ob sie uns aus dem Garten ein paar Kräuter spenden würden und verzichten auf das Tomatenmark. Das Olivenöl bekommen wir ganz zufällig in einem Laden der eigentlich Wolle und Kleider verkauft, die Besitzerin ist Griechin und bringt uns eine kleine Flasche Olivenöl mit Korkverschluss von zu Hause mit. Den Käse müssen wir eindeutig am Markt kaufen, dort schneidet ihn die Verkäuferin von einem großen Stück ab, wir müssen schnell reagieren, um zu verhindern, dass sie ihn nicht geschwind in eine Plastikfolie wickelt, vorrausschauend haben wir unseren eigenen, plastikfreien Behälter mitgebracht.
Und die Spaghetti? Die gibt es beim Supermarkt ums Eck tatsächlich nicht plastikfrei. Es gibt sie im Karton, aber noch mit einem Plastik-Sichtfenster. Also ob wir nicht wüssten wie Spaghetti aussehen.
Wir kaufen daher für dieses Abendessen frische Bandnudeln am Delikatessenmarkt in der Stadt. Sind zwar keine Spaghetti, schmecken aber auch gut.



Piratenpizza
Pizza mit Gemüse und Tomatensauce sollte machbar  sein. Aber wie sieht es mit dem Käse aus? Bekommen wir Mozzarella der nicht in Plastik abgepackt ist?



Mehl, Hefe, Zucker, Salz, Zucchini, Schalotten, Zwiebel, Knoblauch, Tomaten (wir machen uns heute die Tomatensauce selbst) bekommen wir ohne Verpackung, die Kräuter spendet unser Nachbar, der diesmal auch gleich zum Essen eingeladen ist und unsere Olivenölflasche ist glücklicherweise noch lange nicht leer. Wir haben uns daran gewöhnt das Paprikapulver wegzulassen und machen uns auf die Suche nach unverpacktem Mozzarella. Eine schwierige Aufgabe, im Supermarkt, am Bauernmarkt, am Delikatessenmarkt, hier werden wir einfach nicht fündig. Am Ende sind wir aber hungrig und wollen unsere Pizza backen bevor es dunkel wird und wir greifen zu Schafkäse im Glas… schmeckt anders, aber am Ende auch gut.



Milchreis mit Kirschenkompott

Nach unseren Erfahrungen mit den Spaghetti… fragen wir uns schon vorab, bekommen wir Milchreis der nicht in Plastik abgepackt ist?



Wir kaufen Milch in der Glasflasche, nehmen den Zucker aus der Papierverpackung (Achtung: einige Papierverpackungen sind innen mit Plastik beschichtet) und öffnen schon mal das Glas Kirschenkompott. Jetzt fehlt uns nur noch der Reis: der nicht in Plastik abgepackte Milchreis. Doch den gibt es im Supermarkt nicht. Genauso wie beim Mozzarella machen wir uns auf die Suche. Der Supermarkt führt eine Sorte Reis die in Karton abgepackt ist, Basmatireis. Basmatireis besteht aus spitzen Körnern und wir sind uns nicht sicher ob das klappt. Milchreis hat  runde Körner und wird beim Kochen schön „schleimig“. Der Markt, der Feinkostladen, wieder lassen uns scheinbar alle im Stich, niemand verkauft Milchreis im Karton oder Papier. Wir überlegen hin und her, was können wir tun? Meine Kollegin bei WDC gibt mir am Ende den rettenden Hinweis. Im Asia-Laden bekommt man Reis ohne Verpackung, einfach so viel man will. Und vor lauter Freude über den plastikfreien Milchreis hätten wir beinahe die letzte Zutat am Rezept vergessen - Vanilleschoten. Die lassen wir diesmal weg. Denn im Laden finden wir nur Schoten die in einem Glas stecken, das Glas ist allerdings mit einem Plastikkoren verschlossen und steckt dann abermals in einer Plastikhülle. Wir sind der Suche müde und genießen jetzt Milchreis mit Kirschenkompott, ganz ohne Vanille ;)

Wie ergeht es euch beim Kochen eines plastikfreien Abendessen? Schickt uns euren Erfahrungsbericht an kids@whales.org
Wir stellen euren persönlichen Blog dann auf www.wale.org online.


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